Bob Barring
Eine legendäre Romanheftserie aus Österreich


Illustration: Franz Plachy
'Die Welt der Abenteuer' mit der Sonderheftreihe
Bob Barring, 1948 bis 1952; Bob Barring Reihe: 51 Titel

Bob Barring erschien ab 1948 im Verlag Maximilian Kraemer, Wien und war eine der beliebtestes Heftserien ihrer Zeit. Sie erreichte nach glaubwürdigen Berichten in den 40er- Jahren eine Auflagenstärke von 60.000 pro Titel, allein für den österreichischen Markt. Der Umfang der Hefte betrug knapp 50 Seiten. Es handelte sich aber um Fortsetzungsgeschichten, die sich jeweils über mehrere Hefte erstreckten. Der abenteuerliche Inhalt, oft mit mystischen Anklängen und der packende Erzählstil machten die Reihe auch bei Jugendlichen sehr beliebt.
Stammserie war die von 1946 bis 1951 erscheinende Wochenzeitschrift "Welt der Abenteuer" (Bild links), die vermischte Beiträge, abenteuerliche Kurzgeschichten und Fortsetzungsromane brachte. Zu dieser Zeitung kamen im Romanheftformat sogenannte Sonderhefte mit abgeschlossenen Kurzromanen im Umfang von etwa 50 Seiten heraus.
Innerhalb dieser Sonderheftreihe entstand die Reihe "Bob Barring", die zunächst nicht besonders gekennzeichnet war und erst ab Sonderheft 15 (=Bob Barring 13) mit eigener Nummerierung als Subreihe ausgewiesen wurde.

Der Autor Rolf Shark

Hinter dem Pseudonym Rolf Shark verbigt sich der österreichische Schriftsteller, Journalist und Filmhistoriker Karl Hans Koizar (geboren 3.11. 1922 Wien, gestorben 13.11. 2005 Wien)
Koizar verfasste Kriegsbücher, Abenteuer- und Kriminalromane bis hin zu Kinderbüchern. In den 40er und 50er Jahren war er viel auf dem Gebiet der Heftromane tätig und schrieb dabei unter verschiedenen Namen (u.a.:Rolf Shark, Charles de Clermont oder Rolf Murat - ein Pseudonym, das auch der Verleger Rolf Mauerhardt verwendete).
Noch in der Stummfilmzeit begann Koizar mit dem Aufbau einer kinematografischen Spezialitäten-Kollektion. Dem Filmarchiv Austria ist es gelungen, diese wahrscheinlich größte private Filmsammlung Österreichs geschlossen zu übernehmen und somit in die Zukunft zu tradieren. Die Neuaufstellung erfolgte im Zentralfilmarchiv Laxenburg. (Nach einem Artikel des Filmarchiv Austria)
Der Erfolg, den die Reihe "Welt der Abenteuer" hatte, ist nicht zuletzt auf die von verschiedenen Illustratoren geschaffenen Titelillustrationen zurückzuführen.
Ein vielbeschäftigter Zeichner des Verlages Kraemer war

Franz Plachy

Franz Plachy (1896 - 1968) zeichnete in der Zwischenkriegszeit Buchillustrationen für die "Druck- und Verlagsgesellschaft Wiener graphische Werkstätte", die im Zuge der Rikola- Pleite 1926 zu Grunde ging, humoristische Zeichnungen für die Zeitschrift "Die Muskete" und Illustrationen für "Das Kleine Blatt", eine Wiener Tageszeitung der Sozial- demokratischen Arbeiterpartei im Kleinformat. Bekanntheit erreichte er durch die Bildgeschichten mit dem Titel Bobby Bär, die regelmäßig im "Kleinen Blatt" erschienen. 1934 musste das "Kleine Blatt" den geänderten politischen Vorgaben des sogenannten Ständestaates angepasst werden. 1935 ging Plachy nach New York, wo er Ausgaben des in Amerika erscheinenden Pulp-Magazins "The Mysterious Wu Fang" illustrierte. Er kehrte aber schon 1937 nach Österreich zurück, wo er seine Arbeit für das "Kleine Blatt" wieder aufnahm. Er setzte sie auch nach dem 1938 erfolgten Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland - unter neuerlich geänderten politischen Vorgaben - fort. 1944 wurde das "Kleine Blatt" kriegsbedingt eingestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg nahm Plachy seine Arbeit als Zeichner wieder auf und war auch für den Verlag Maximilian Kraemer tätig. Er zeichnete für die Romanzeitung "Welt der Abenteuer" und schuf Cover für die Reihe "Bob Barring". Diese eindrucksvollen und reißerischen Titelzeichnungen trugen erheblich zum Erfolg der Reihe bei und letztendlich auch zu deren Niedergang, weil sie im besonderen Maße den Unmut der Jugendschützer erregten und zu Verbreitungsbeschränkungen führten.

Umschlagentwurf für ein 1924 im Verlag Leo Schidrowitz erschienenes Buch

Illustration für "Das Kleine Blatt" 1930

Textillustration für "The Mysterious Wu Fang - The Case of the Black Lotus" 1936

Textillustration für "The Mysterious Wu Fang - The Case of the Black Lotus" 1936

Illustration für "Die Welt der Abenteuer", Zeitung, 1948

Illustration für "Die Welt der Abenteuer", Zeitung, 1949

Bob Barring Originalausgaben Hefte 1 bis 15
Die Bob-Barring- Nummerierung auf den Coverabbildungen 1 bis 12 ist nachträglich hinzugefügt worden und findet sich nicht auf den Originalheften.
Für eine vergrößerte Darstellung des Covers klicken Sie auf das jeweilige Bild

bobbarring01.jpg bobbarring02.jpg bobbarring03.jpg bobbarring04.jpg bobbarring05.jpg
Bob Barring Nr. 1
Theater in Flammen
= Sonderheft 1
Bob Barring Nr. 2
Das Geheimnis der Mumie
= Sonderheft 2

Sonderheft 3: Die siamesischen Fische
Bob Barring Nr. 3
In den Kellern von Paris
= Sonderheft 4

Sonderheft 5: Die Pußta schweigt
Bob Barring Nr. 4
Abenteuer in Lyon
= Sonderheft 6
Bob Barring Nr. 5
Nächte am Nil
= Sonderheft 7
bobbarring06.jpg bobbarring07.jpg bobbarring08.jpg bobbarring09.jpg bobbarring10.jpg
Bob Barring Nr. 6
Der Fluch des Pharao
= Sonderheft 8
Bob Barring Nr. 7
Die Räuber der Sahara
= Sonderheft 9
Bob Barring Nr. 8
Das Tal des Schreckens
= Sonderheft 10
Bob Barring Nr. 9
Die Geisterkarawane
= Sonderheft 11
Bob Barring Nr. 10
Unter der Peitsche
= Sonderheft 12
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Bob Barring Nr. 11
Der Turm des Vergessens
= Sonderheft 13
Bob Barring Nr. 12
Die unsichtbare Stadt
= Sonderheft 14
Bob Barring Nr. 13
Der Tod kommt um Mitternacht
= Sonderheft 15
Bob Barring Nr. 14
Das Wachsfigurenkabinett
= Sonderheft 16
Bob Barring Nr. 15
Scotland Yard greift ein
= Sonderheft 17

Sonderheft 18 (Romanreihe Nr. 3): Die grünen Masken

Die Hefte 1 bis 12 enthalten die erste Episode mit einem Gesamtumfang von etwa 500 Seiten: Die Suche nach einer im Wüstensand verborgenen altägyptischen Stadt.
In den Hefte 13 bis 16 findet sich die zweite etwas kürzere Episode: London und Schloss Cunamoore werden von einem geheimnisvollen Mann mit Totenschädel unsicher gemacht. Diese Episode erschien 1979 auch als Taschenbuch im Omnibusverlag unter dem Titel Der Tod kommt um Mitternacht

Hefte 1 bis 15     Hefte 16 bis 30    Hefte 31 bis 45    Hefte 46 bis 51    Hefte ab 52 (Neuausgaben)    Romanreihe

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